Sind Vollkornprodukte wirklich besser als normale Weizenprodukte?

Leider nicht unbedingt. Die Natur war auch dieses Mal clever. Lektine sind der X-Faktor, der häufig nicht berücksichtigt wird. Lektine sind Fraßgifte, die in Saaten vorkommen. Sie befinden sich besonders in der Schale von Saaten – dort, wo sich gleichzeitig auch die so wertvollen Ballaststoffe in hoher Menge befinden.

Das zur Theorie – doch was ist nun die Lösung zu diesem Thema?

Sauerteigbrot kann durch Fermentation den Lektinanteil deutlich senken. Je länger das Brot geht, desto besser. Optimal wären wohl etwa 72 Stunden.

Alternativ gibt es spezielle Saatenbrot-Varianten.

Zusätzlich sollte die individuelle Verträglichkeit berücksichtigt werden. Für dich in der Praxis: Fühlst du dich nach einer Mahlzeit, z. B. nach belegten Brötchen, müde und träge, ist das wahrscheinlich keine optimale Mahlzeit für dich.

Noch genauer ließe sich das mit einer sogenannten Eliminationsdiät oder mit einem Unverträglichkeitstest prüfen. Alternativ könnte man die „Stressantwort“ des Körpers über HRV-Werte (= Herzratenvariabilität) mit Fitness-Trackern oder über Blutzuckerausschläge mit speziellen Trackern (CGM) beobachten.

Für mich persönlich sind Vollkornbrot sowie Weizenbrot eher ein „Genussmittel“ – ich verzehre sie nicht auf täglicher Basis.